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Infos: Scheidemünzen (Gegensatz: Kurantmünzen)

von Bernhard Exler

Im Gegensatz zum vollwertigen Kurantgeld handelt es sich bei Scheidemünzen um geringerwertiges Geld - und das sowohl bezogen auf den Metall- als auch auf den Nennwert.

Über die Notwendigkeit der Ausgabe von Scheidemünzen bestand auch in früherer Zeit niemals Zweifel, denn diese dienten dazu, kleinere Wertdifferenzen bei den Geschäften des täglichen Lebens auszugleichen, was mit Kurantmünzen keinesfalls möglich gewesen wäre.

Jedoch bestand die Problematik seit jeher darin, daß die Ausprägung dieser Kleinmünzen wegen des größeren Arbeitsaufwandes für die gleiche Summe Geldes wesentlich teurer war.

Daher verwendete man zunächst Billon für die Scheidemünzen. Dabei handelt es sich um eine Silberlegierung, bei welcher der Silberanteil weniger als 500/000 beträgt. Als auch dies zu teuer wurde, nahm man stattdessen nur noch Kupfer.

Anschaulich wird das Ganze bei den Münzen des Königreiches Preußen im 19. Jahrhundert.
Zunächst muß man sich die Währungsgleichung vor Augen halten. So wurde seit 1750 die Kurantmünze Thaler unterteilt in 24 Groschen, welche wiederum 288 Pfennigen entsprachen. Ab 1821 galt :
1 T(h)aler = 30 Silbergroschen = 360 Pfenninge. Das zusätzliche "n" ist hierbei kein Schreibfehler!

Alle Teilstücke eines Talers - herab bis zum 1/6 Taler - besaßen einen wenn auch geringeren Silberanteil, welcher jedoch immer noch über 500/000 lag. Die Groschen-Stücke (2 ½ Sgr., 1 und ½ Sgr.) waren aus Billon, wobei der Silbergehalt zwischen 375/000 und 220/000 betrug.
Alle Pfennig-Münzen waren - obigen Ausführungen entsprechend - nur noch aus Kupfer.

In unseren Tagen hat die Unterscheidung Kurantmünzen - Scheidemünzen weitestgehend ihre Bedeutung verloren. Bis zur Bargeldeinführung des Euro hatte zwar noch das Gesetz über die Ausprägung von Scheidemünzen vom 8. Juli 1950 seine Bedeutung, aber die Deutsche Mark als Währung basierte auf völlig anderen Grundlagen als noch die Mark des Kaiserreiches. Gold und Silber haben als Währungsgrundlagen heute absolut ausgedient.

 



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