Bei den Münzbewertungen können nur
ungefähre Werte in € angegeben werden. Diese Werte
ergeben sich aus diversen Münzpreislisten und
Auktionsergebnissen. Außerdem wurden große Mengen an
verschiedenen Münztypen geprägt, auf die hier nicht im
einzelnen eingegangen werden kann. Hierfür sollten Sie
die entsprechende Münzliteratur verwenden.
Caius
Messius Quintus Trajanus Decius
geb. 201, gest. 251 n. Chr (gefallen)
|
|

Dieses Bild von Decius stammt von Herrn
Klaus Schubert
|
249
schickt Philippus seinen tüchtigsten
Feldherrn Trajanus Decius nach Pannonien und Dakien um
dort meuternde Truppen niederzuwerfen. Dieser wird jedoch
von den hiesigen Heerführern umgedreht und zum
Gegenkaiser ausgerufen.
Im September 249 trefen sich die Heere Philipps und des
Decius in der Schlacht bei Verona. Philippus verliert die
Schlacht und sein Leben.
Während seiner Herrschaft geben die Goten keine Ruhe. Er
kann sie zwar 250 bei Nicopolis besiegen, aber bereits 251
kommt es bei Abrittus zur erneuten Schlacht bei der
Trajanus Decius zusammen mit seinem älteren Sohn
Herennius Etruscus fällt.
Trajanus Decius behielt wegen seiner grausamen
Christenverfolgungen einen unrühmlichen Bekanntheitsgrad.
So soll er nach der Hinrichtung des Papstes Fabianus
gesagt haben "Lieber will ich hören, daß mir ein
Rivale den Thron streitig macht, als daß es noch einmal
einen Bischof von Rom gibt." |
Münzausgaben
unter Trajanus Decius
Es werden erstmals
Doppelsesterze und eine Reihe von Gedenk-Antonianen früherer
Kaiser herausgegeben.
| Erhaltung |
vz |
ss |
s |
Silbermünzen
(normale Typen) |
ca.
75 - 125 |
ca.
35 - 65 |
ca.
20 - 30 |
Bronzemünzen
(normale Typen) |
ca.
125 - 300 |
ca.
85 - 185 |
ca.
25 - 75 |
| Doppelsesterz |
ca.
2.250 |
ca.
850 |
ca.
300 |
| Goldmünzen |
ca.
7.500 |
ca.
2.500 |
ca.
900 |
Gaius
Vibius Trebonianus Gallus geb. 206, gest. 253 n. Chr (ermordet)
|
|

Ex
Sammlung Schmidtkonz
|
Als
251 bei der Schlacht von Abrittus Trajanus Decius fällt,
wird Trebonianus Gallus von den Legionen zum Kaiser
ausgerufen. Seine erste zugleich unrühmliche Amtshandlung
ist es, dass er mit den Goten einen äußerst schmählichen
Friedensvertrag mit hohen Tributzahlungen aushandelt.
Diese Aktion verzeihen ihm viele Militärs und der Senat
in Rom nicht.
Seine kurze Regierungszeit wird unaufhörlich von
Katastrophen überschattet. So wütet eine schreckliche
Pestepedemie im Römischen Reich. Gleichzeitig erobern die
Perser unter Schapur I. Armenien.
253 rufen die Truppen im Balkan Aemilianus
zum Gegenkaiser aus. Trebonianus Gallus tritt den
gegnerischen Truppen in Umbrien gegenüber. Bevor es zum
Kampf kommt wird er von seinen eigenen Leibwächtern
ermordet. |
Münzausgaben
unter Trebonianus Gallus
Es werden erstmals
der sog. Schwer-Aureus mit 5,9 g Gewicht geprägt. Der
Silbergehalt des Antonians sinkt auf 25 %.
| Erhaltung |
vz |
ss |
s |
Bronzemünzen
(normale Typen) |
ca.
185 -325 |
ca.
125 - 185 |
ca.
50 - 75 |
Silbermünzen
(normale Typen) |
ca.
75 - 200 |
ca.
45 - 125 |
ca.
20 - 45 |
| Goldmünzen |
ca.
3.000 - 5.000 |
ca.
1.500 - 2.500 |
ca.
1.000 - 1.750 |
Marcus
Julius Aemilius Aemilianus
geb. 208, gest. 253 n. Chr (ermordet)
|
Aemilianus, seit 252
Statthalter von Untermösien, greift 253 die Goten in ihren
eigenen Gebiet an, nachdem er aufsässige Goten in seiner eigenen
Provinz ermorden hat lassen. Der Angriff endet mit einem Sieg.
Seine Truppen sind so begeistert, daß sie ihn zum Gegenkaiser
ausrufen. Trebonianus Gallus tritt den
Truppen des Aemilianus in Umbrien gegenüber. Bevor es zum Kampf
kommt, wird Trebianus von seinen eigenen Leibwächtern ermordet.
Valerianus, der von Trebianus zu Hilfe
gerufen wurde, zieht trotzdem weiter vom Rhein Aemilianus
entgegen. Nun passiert Aemilianus fast das gleiche wie Trebianus.
Seine verängstigten Truppen, die wissen, daß die Armee des
Valerianus ihnen überlegen ist, ermorden ihn.
Münzausgaben
unter Aemilianus
Trotz der kurzen
Regierungszeit werden über 60 Münztypen herausgegeben. Alle Münzen
sind jedoch selten
| Erhaltung |
vz |
ss |
s |
Bronzemünzen
(normale Typen) |
ab
ca. 1.250 |
ca
600 -900 |
ca.
250 - 350 |
Silbermünzen
(normale Typen) |
ca.
400 - 750 |
ca.
225 - 350 |
ca.
75 -125 |
| Goldmünzen |
extrem
selten! |
|
|
Caius
Publius Licinius Valerianus I.geb. 188, gest. ca. 260 n. Chr in persischer
Gefangenschaft
|

Ex
Sammlung Schmidtkonz |
Valerianus, Kommandeur am Oberrhein wird 253
von Trebonianus Gallus gegen
den Usurpator Aemilianus zu
Hilfe gerufen. Die Hilfe trifft zu spät ein, aber auch
Aemilianus wird von seinen eigenen Truppen ermordet.
Valerianus wird zum neuen Kaiser ausgerufen.
Er ernennt er seinen Sohn Gallienus
zum Mitregenten. Das römische Reich versinkt in der
Folgezeit, fast an allen Grenzen durch fremde Völker
bedroht, in ein regelrechtes Chaos. Pest und Korruption fördern
die missliche Situation.
Auch die neu von Valerianus gestartete Verfolgung der
Christen hilft nicht weiter.
256 muss er Rom mit einer Streitmacht Richtung Osten
verlassen, während sein Sohn im Norden den Limes
verteidigt. Sein großer Gegner ist in den nächsten
Jahren im Osten der persische König Schapur I.
256 nehmen Schapurs Armeen sogar die syrische
Provinzhauptstadt Antiochia ein.
259 versucht Valerianus Schapur von der Belagerung Edessas
abzuhalten. Da jedoch die Pest ausbricht, sucht er eine Lösung
auf dem Verhandlungsweg. Seine zu Schapur gesandten Unterhändler
kehren mit einer Einladung Schapurs zurück. Daraufhin
macht sich Valerian mit einem kleinen Gefolge auf dem Weg
zu Schapur. Schapur nimmt ihn jedoch verräterisch
gefangen.
Valerian stirbt schließlich in der Gefangenschaft ohne,
dass sein Sohn Gallienus viel Anstalten macht ihn von der
Gefangenschaft wieder freizulösen. Das römische Reich
hat zu diesem Zeitpunkt einen neuen Tiefstpunkt erreicht.
Der Bestand des Reiches scheint in großen Maße gefährdet
zu sein. |
Münzausgaben
unter Aemilianus
Es werden in
Unmassen Antoniane mit extrem geringem Silbergehalt geprägt, da
der Geldbedarf enorm ist. Selten sind Bronzen und Goldmünzen
| Erhaltung |
vz |
ss |
s |
Bronzemünzen
(normale Typen) |
ca.
200 -500 |
ca
125 - 250 |
ca.
50 - 125 |
Silbermünzen
(normale Typen) |
ca.
35 - 125 |
ca.
15 -75 |
ca.
10 - 40 |
| Goldmünzen |
ca.
3.000 - 7500 |
ca.
1.750 - 4.000 |
ca.
1.000 - 1.500 |
Publius
Licinius Gallienus geb.
218, gest. ca. 268 n.Chr (ermordet)
|

EEx Sammlung Thomas
Schmidtkonz |
Valerianus,
Kommandeur am Oberrhein wird 253 von Trebonianus
Gallus gegen den Usurpator Aemilianus
zu Hilfe gerufen. Die Hilfe trifft zu spät ein, aber auch
Aemilianus wird von seinen eigenen Truppen ermordet.
Valerianus wird zum neuen Kaiser ausgerufen.
Er ernennt er seinen Sohn Gallienus
zum Mitregenten. Das römische Reich versinkt in der
Folgezeit, fast an allen Grenzen durch fremde Völker
bedroht, in ein regelrechtes Chaos. Pest und Korruption fördern
die mißliche Situation.
Auch die neu von Valerianus gestartete Verfolgung der
Christen hilft nicht weiter.
256 muß er Rom mit einer Streitmacht Richtung Osten
verlassen, während sein Sohn im Norden den Limes
verteidigt. Sein großer Gegner ist in den nächsten
Jahren im Osten der persische König Schapur I.
256 nehmen Schapurs Armeen sogar die syrische
Provinzhauptstadt Antiochia ein.
259 versucht Valerianus Schapur von der Belagerung Edessas
abzuhalten. Da jedoch die Pest ausbricht, sucht er eine Lösung
auf dem Verhandlungsweg. Seine zu Schapur gesandten Unterhändler
kehren mit einer Einladung Schapurs zurück. Daraufhin
macht sich Valerian mit einem kleinen Gefolge auf dem Weg
zu Schapur. Schapur nimmt ihn jedoch verräterisch
gefangen.
Valerian stirbt schließlich in der Gefangenschaft ohne,
daß sein Sohn Gallienus viel Anstalten macht ihn von der
Gefangenschaft wieder freizulösen. Das römische Reich
hat zu diesem Zeitpunkt einen neuen Tiefstpunkt erreicht.
Der Bestand des Reiches ist in großen Maße gefährdet. |
Der Krisenmanager
Gallienus wird 218
als Sohn des Valerianus geboren.
Valerianus ernennt 253 seinen Sohn Gallienus zum Mitregenten. Das
römische Reich versinkt in der Folgezeit, fast an allen Grenzen
durch fremde Völker bedroht, in ein regelrechtes Chaos. Pest und
Korruption fördern die mißliche Situation.
256 muß Valerianus Rom mit einer Streitmacht Richtung Osten
verlassen, während Gallienus im Norden den Limes verteidigt. 259
wird Valerian von den Persern gefangen genommen ohne, daß sein
Sohn Gallienus viel Anstalten macht ihn von der Gefangenschaft
wieder freizulösen. Das römische Reich hat zu diesem Zeitpunkt
einen neuen Tiefstpunkt erreicht. Der Bestand des Reiches scheint
im großen Maße gefährdet zu sein.
Gallienus kämpft zwischenzeitlich am Rhein und in Dakien, wo er
die Anstürme der Barbaren mehr oder weniger abwehren kann.
Gallienus und Valerian haben bereits das Reich zwischen sich
aufgeteilt. Gallienus kümmert sich dabei bis Valerians Tod hauptsächlich
um den Westen des Reiches.
Noch schlimmer wird es als die Franken zwischen 257 und 259
Gallien, Spanien überrennen und sogar bis nach Nordafrika
einbrechen. Parallel dringen die Alamannen bis zum Brennerpaß
vor. 259 kann er diese vermutlich bei Mailand entscheidend
schlagen.
Im Jahr 260 erreichen die Katastrophen einen Höhepunkt. Da
Gallienus keinen Finger für seinen gefangenen Vater krümmt,
putschen eine ganze Reihe von Heerführern. Der Putsch des Ingenuus
in Pannonien kann noch niedergeschlagen werden. Danach folgt
Regalianus in Oberpannonien, der sich zum Kaiser ausrufen lässt
und auch kurz danach besiegt wird.
Inzwischen wird aber Postumus zum Kaiser ausgerufen. Sämtliche
Westprovinzen (Britannien, Gallien, Spanien) schließen sich dem
neuen Kaiser an, der so das eigenständige Gallische Sonderreich
gründet. Der in den vielen Kämpfen schwerverwundete Gallienus muss
tatenlos zusehen.
Macrianus, der kaiserlicher Generalquartiermeister im Osten ist,
gelingt es die Invasion der Perser durch Schapur zu stoppen.
Nach diesem Sieg läßt er seine beiden Söhne Qietus und
Macrianus dem Jüngeren zu Kaisern ausrufen.
Gallienus ruft nun Odaenathus zur Hilfe. Dieser besiegt Qietus.
Die beiden Macriani, Vater und Sohn, werden in den Balkanländern
besiegt, die Gallienus treu geblieben sind. Odaenathus führt
zwischenzeitlich unter der Duldung Gallienus im Osten in Palmyra
eine eigenständige Herrschaft. Er unternimmt ein große Anzahl
von erfogreichen Feldzügen gegen die Perser.
267 wird er zusammen mit seinem ältesten Sohn ermordet. Nun übernimmt
seine Witwe Zenobia die Herrschaft in Palmyra.
Gallienus versucht ab diesem Zeitpunkt Palmyras Unabhängigkeit
erfolglos zu beenden.
Die Jahre 267 und 268 sind von dem Einbruch eines riesigen
Aufgebots der Goten geprägt. Sie stechen mit der Hilfe der
Heruler mit einer riesigen Flotte in See und überfallen
Griechenland und Kleinasien. Dabei werden sie nur mit Mühen daran
gehindert Athen zu erobern.
Auf dem Rückweg in ihre Wohngebiete nördlich des Schwarzen
Meeres stellt sie Gallienus und besiegt sie in der blutigsten
Schlacht des Jahrhunderts bei Naissos vernichtend. Dabei verlieren
30000 - 50000 Goten ihr Leben.
Nach diesem glänzenden
Sieg putscht Aureolus der Kommandeur der Kavallerie in Italien.
Gallienus marschiert dem General entgegen und belagert ihn in
Mailand. In diesem kritischen Augenblick putschen hohe Offiziere
gegen ihn und ermorden ihn. Auch die späteren Kaiser Claudius
Gothicus und Aurelianus scheinen dabei Mitwisser gewesen zu sein.
Gallienus reformiert
während seiner Herrschaft auch das Militärwesen, indem er eine
schwere Reiterei einführt.
Wirtschaftlich erreicht das römische Reich während seiner
Herrschaft einen nie dagewesenen Niedergang. Die Antoninane sind
am Ende seiner Herrschaft nur noch Kupfermünzen, die man rasch in
ein Silberbad eintaucht. Diese dünne Silberlegierung blättert
jedoch schon bei normaler Zirkulation sofort wieder ab.
Gallienus ein Mann
von besonderen geistigen Fähigkeiten bewältigte energisch und
umsichtig noch nie dagewesene politische und militärische Krisen
in einer für diese Zeit erstaunlich langen Herrschaft von 15
Jahren. Daneben fand er noch Zeit für den Versuch einer
kulturellen Erneuerung des Landes. So war er ein großer Verehrer
des griechischen Philosophen Plotin. Im Gegensatz zu seinem Vater
verhielt er sich auch den Christen gegenüber tolerant.
Seine den Umständen
entsprechenden großen Leistungen wurden von der Nachwelt speziell
der Historia Augusta total verkannt.
Münzausgaben
unter Gallienus
Es werden in
Unmassen Antoniane geprägt, die lediglich in ein Silberbad gelegt
wurden. Anfangs noch Billonmünzen verkümmern die Antioniane am
Schluß zu Kupfermünzen mit einem Gewicht von ca. 2,6 g. Die
Typenvielfalt ist riesig. Man zählt allein ca. 1400
Reichsausgaben. Es gibt dabei viele mit besonders interessanten
Motiven wie z.B. eigenwilligen Tierdarstellungen. Hier ergibt sich
ein besonders interessantes und erschwingliches Sammelgebiet.
Alle Goldmünzen und
Medaillons (Silber und Bronze) sind Raritäten.
| Erhaltung |
vz |
ss |
s |
Antoniane
(normale Typen) |
ab
ca. 40 |
ab
ca. 25 |
ab
ca. 10 |
Mittel-
oder Großbronzen
(normale Typen) |
ca.
250 - 500 |
ca
150 - 350 |
ca.
75 - 175 |
| Goldmünzen |
ca.
2.500 - 5.000 |
ca.
1.500 - 3.500 |
ca.
850 - 2.000 |
|