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Nach dem „ Großen Lexikon der Numismatik “ von Tyll Kroha
sind Probemünzen „ alle Münzprägungen, die zur Erprobung des
Aussehens und der gewünschten Ausführung vor der endgültigen
Herstellung stattfinden. Sie sind daran erkennbar, daß sie
entweder aus einem nicht vorgesehenen Material bestehen, auf
unpassenden Ronden hergestellt sind oder Unterschiede zu der endgültigen
Ausführung aufweisen “.
In Deutschland ist dieser Begriff im wesentlichen mit zwei Namen
verbunden, denen von Goetz und von Schaaf.
Karl Goetz, 1875 – 1950, der bekannte Medailleur, arbeitete
und wirkte vor allem in München. Er beteiligte sich häufig mit
Entwürfen an Wettbewerben für neue Münzen und Münzserien.
Daraus resultieren Probemünzen, welche zu den bekanntesten ihrer
Art gehören. So stellte Goetz z. B. im Jahre 1913 je eine
Probeserie Münzen für Ludwig III. von Bayern sowie für Kaiser
Wilhelm II. her.
R. Schaaf ist der wohl umfassendste Versuch einer
Katalogisierung der deutschen Probemünzen zu verdanken. Sein Werk
von 1979, „ Die Proben der Deutschen Münzen seit 1871 “, ergänzt
auf diesem speziellen Gebiet den Jaeger.
Eine ordentliche Zusammenstellung findet man aber auch in den
amerikanischen Münzkatalogen von Krause / Mishler.
Aber in den Jahren nach dem Erscheinen des erwähnten Werkes wurde
der Begriff “Probemünzen“ durch andere Ereignisse wieder mehr
ins Bewußtsein der Sammler gerückt. Gemeint ist das
Bekanntwerden der sog. Proben oder auch Probeabschläge, welche
die ehemalige DDR in großer Zahl hergestellt und an Sammler
verkauft hat. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Proben im
Sinne obiger Definition, sondern um Prägungen zur
Devisenbeschaffung. Dieses hatte der deutsche Arbeiter- und
Bauernstaat ja bekanntlich besonders nötig.
In Ost-Berlin konnte man dabei auf Erfahrungen zurückgreifen,
die einige hundert Kilometer weiter östlich bereits seit 1964
gemacht worden waren. So kann wohl eindeutig Polen als das Land
bezeichnet werden, welches die meisten „Probe“münzen
hergestellt und vermarktet hat.
Wegen Einzelheiten und wegen der Abbildungen muß erneut auf den
Krause / Mishler-Katalog (20. Jahrhundert) verwiesen werden; im
Schön ist keine einzige dieser Prägungen verzeichnet.
Die Gründe für eine solche Ausgabepolitik sind stets gleich. Im
Hinblick auf Polen muß erwähnt werden, daß es von fast allen
polnischen Münzen seit 1923 Proben gibt. Diese sind aber durchweg
in offizieller Verwahrung, sei es bei der polnischen Münze oder
aber bei anderen behördlichen Stellen. Diese echten Proben haben
aber auch gar nichts mit den seit 1964 hergestellten Stücken zu
tun, die als „offizielle Proben“ herausgegeben wurden, damit möglichst
viele Münzensammler sie kaufen.
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