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Infos: Kaiserreich – Münzen

von Bernhard Exler

Die Kaiserreich – Münzen stellen einen wesentlichen Teilbereich der “Münzen nach Jaeger“ dar.
Sie sind abzugrenzen zu den Altdeutschen Münzen einerseits, welche zeitlich früher einzuordnen sind, sowie andererseits zu den späteren Sammelgebieten Weimarer Republik, Drittes Reich, etc.

Der bekannte Standard-Katalog von Kurt Jaeger differenziert die Kaiserreich – Münzen dann noch weiter in die drei Rubriken Kleinmünzen, Silbermünzen und Goldmünzen.

Die Kleinmünzen mit den Nennwerten von 1 Pfennig bis zu 1 Mark (Jaeger-Nummern 1 bis 18) hatten im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich ein einheitliches Aussehen, d.h. die Vorder- und die Rückseite dieser Münzen waren in allen Ländern bzw. Stadtstaaten identisch. Sie unterschieden sich allenfalls durch die Prägebuchstaben, von denen es ursprünglich, also 1871, neun an der Zahl – A bis einschließlich J – gab.
Zeitlich-systematisch können die Kleinmünzen in die sog. 1. und die 2. Münzserie eingeteilt werden. Sammlern dieser Münzen ist die Unterscheidung zwischen kleinem Adler und großem Adler sicherlich geläufiger.

Diese Einheitlichkeit der Münzen finden wir bei den höheren Nominalen, also von 2 Mark an aufwärts nicht mehr. Hier war nur noch eine Münzseite im gesamten Deutschen Kaiserreich gleich. Nach den einschlägigen Beschlüssen des Bundesrates, damals wie heute die Ländervertretung, sollte das die Rückseite sein.
Wir können also bei den größeren Kaiserreich – Münzen durchaus Parallelen zu den heutigen Euro-Münzen feststellen. Jedoch sind die rechtlichen Grundlagen völlig andere.

Die Rubrik der in einer Seite unterschiedlichen Großsilbermünzen sind bei Jaeger die Nummern 19 bis 178. Diese ist alphabetisch nach den Bundesländern des Kaiserreiches geordnet, also von A wie Anhalt bis W wie Württemberg. Die Vorderseite konnte von allen 25 Einzelstaaten bzw. Freien Hansestädten eigenständig gestaltet werden. Jedoch waren sie in der Gestaltung nicht völlig frei. Nach Artikel 3 § 2 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 war für die Vorderseite das Bildnis des Landesherrn bzw. das Hoheitszeichen der freien Städte verbindlich vorgegeben.
Erst durch eine Änderung des Münzgesetzes, sie erfolgte unter dem Datum des 1. Juni 1900, wurde die Möglichkeit geschaffen, auch Gedenkmünzen herauszugeben. Dieses geschah auf Initiative, diese verbunden mit einem gewissen Druck auf die übrigen Länder, des Königreiches Preußen. Die Hohenzollern wollten die 200-Jahrfeier des Königreiches u. a. auch durch die Ausgabe von Sondermünzen gebührend würdigen. Dies wurde dann auch durch zwei Münzen – 2 und 5 Mark, 1901,
Jaeger-Nummern 105 und 106 – in die Tat umgesetzt.

Die hier angesprochene reichseinheitliche Seite der Silbermünzen kann ebenfalls – wie die Kleinmünzen – unterschieden werden in Münzen mit kleinem Adler und in die späteren Münzen mit großem Adler.
Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, daß dieser wesentliche Unterschied im Aussehen der Kaiserreich – Münzen, der wohl jedem Sammler geläufig sein dürfte, nicht einmal eine gesetzliche Grundlage hat. Lediglich aufgrund eines „Allerhöchsten Erlasses“ vom 6.12.1888 wurde der Reichsadler vergrößert und der Brustschild verkleinert.

Bei der letzten Rubrik nach Jaeger, den Goldmünzen ( Jaeger-Nummern 179 bis 296 ), können sogar drei Münzserien unterschieden werden. Dies liegt daran, daß mit der Prägung von Goldmünzen bereits in den letzten Wochen des Jahres 1871 und damit ungefähr eineinhalb Jahre eher als mit den übrigen Münzen begonnen wurde. Die Rechtsgrundlage hierfür finden wir in dem Gesetz, betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, vom 4. Dezember 1871. Gleichwohl gibt es nur eine einzige Reichsgoldmünze mit dem Prägejahrgang 1871. Es ist ein goldenes 20 Mark-Stück, also eine Doppelkrone, des Königreiches Preußen ( Jaeger-Nummer 243 ).

Charakteristisch für diese erste Münzserie der Prägejahrgänge 1871 - 1873 ist, daß sich der Nennwert nicht als Umschrift auf der Rückseite wiederfindet, sondern die Wertzahl und die abgekürzte Währungsbezeichnung ( “ M. “ ) waagerecht auf einer Ebene unter den Fängen des Wappenadlers geprägt sind. Darunter findet sich dann als Umschrift die ( geteilte ) Jahreszahl.
Erst ab dem Jahr 1874 wurde die reichseinheitliche Münzseite bei den Goldmünzen auf den “kleinen Adler“ umgestellt; ab 1890 gab es dann den “großen Adler“.

Am Ende dieser kurzen Betrachtungen über die Kaiserreich – Münzen soll eine Besonderheit nicht unerwähnt bleiben. Ein Nominal hat nämlich das Kaiserreich überdauert.
Es handelt sich hierbei um die Münzen zu ½ Mark, welche auch noch mit der Jahreszahl 1919 geprägt wurden. Da aber hatte Kaiser Wilhelm II. längst abgedankt und spätestens mit dem Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung am 11. August 1919 begann ein anderes Kapitel deutscher Geschichte und damit auch ein anderes, in sich abgeschlossenes Sammelgebiet bei den deutschen Münzen.

 



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