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Infos: Anlagemünzen

von Bernhard Exler

Der Begriff und damit natürlich auch die Gegenstände, um die es hier geht, sind neu. Noch zur Mitte des vorigen Jahrhunderts, als unsere DM gerade neu war, hätte kaum jemand mit diesem Wort etwas anzufangen gewußt.

In den sechziger Jahren, als das Münzensammeln nicht nur in der Bundesrepublik in breiteren Bevölkerungskreisen einen Aufschwung erlebte, kamen findige Marketingleute auf die Idee, weltweit das Sammeln von Münzen mit der Kapitalanlage in Gold zu kombinieren.

Die weltweit erste Anlagemünze, der südafrikanische Krügerrand, wurde erfunden. Er wurde erstmals mit dem Prägejahrgang 1967 hergestellt. Als wichtigste numismatische Daten sollten vermerkt werden :

Legierung 917 / 000 Gold sowie bei einem Rauhgewicht von 33, 9305 g ein Feingoldanteil von exakt

1 Unze = 31,1035 g.  

Bis diese “Erfindung“ Schule machte und die heute bekannten Anlagemünzen auf den Markt kamen, gab es eine gewisse Übergangszeit. In dieser wurden, um die durchaus vorhandene Nachfrage zu befriedigen, in verstärktem Maße bereits existierende Goldmünzen vermarktet und vertrieben, wobei sich jedoch kontinentale Unterschiede ergaben. Europa betreffend sind hier in allererster Linie die österreichischen Goldmünzen mit dem Bildnis Kaiser Franz Josef I. zu nennen, die in nachfrageorientierten Auflagezahlen staatlicherseits offiziell nachgeprägt wurden. Es handelt sich hier um die Goldmünzen zu 1 und zu 4 Dukaten sowie um die Stücke zu 10, 20 und zu 100 Kronen.

Besonders die Dukatenstücke wurden wegen ihres hohen Goldgehaltes von 986 / 000 ( sog. Dukatengold ) gekauft. Der Grund hierfür lag in dem niedrigen Agio ( Aufgeld ) auf den reinen Goldpreis, der für jedermann nachvollziehbar börsentäglich festgestellt wurde.

Daneben gab es noch eher patriotisch gesonnene Goldanleger – um es noch einmal zu betonen : Von Münzensammlern kann man in diesem Zusammenhang wohl nicht sprechen –, die Goldmünzen ihres jeweiligen Heimatlandes bevorzugten. Dies waren dann z. B. die goldenen 5, 10 und 20 Mark-Stücke des Deutschen Kaiserreiches.

Der ( nord-) amerikanische Markt wurde dagegen dominiert durch die Gold-Eagles : Prägungen zu 5, 10

und zu 20 US-Dollars, genannt Half Eagle, Eagle bzw. Double Eagle. Erwähnenswert ist ferner die mexikanische 50 Pesos-Münze, die erstmals 1921 anläßlich der 100-Jahrfeier der Unabhängigkeit herausgegeben wurde. Bei einem Gesamtgewicht von 41,6666 g und einer Legierung von 900 / 000 bringt diese Münze mehr als eine Unze Feingold, nämlich „ 37,5 gr. oro puro “, auf die Waage.

Eine weitere Besonderheit stellt weltweit gesehen das britische Gold-Pound, das besser unter dem Namen Sovereign bekannt ist, dar. Aufgrund der historischen Ausdehnung des Britischen Empire wurde diese Münze auf allen fünf Kontinenten geprägt. Bestimmte Münzprägebuchstaben weisen das Sovereign als in den Prägestätten von Ottawa, Bombay, Melbourne, Perth, Sydney, Pretoria oder aber als im Mutterland selbst hergestellt aus. Diese weltweite Herstellung sowie die bei wechselnden Herrscherportraits unveränderte Seite mit dem Hl. Georg zu Pferde, wie er den Drachen tötet, haben den wohl einzigartigen Bekanntheitsgrad dieser Goldmünze geschaffen.

Doch nun zurück zu den Anlagemünzen neuerer und neuester Zeit.

Um dem bereits erwähnten Gedanken Rechnung zu tragen, daß der Aufpreis auf den reinen Edelmetallwert im Käuferinteresse möglichst niedrig gehalten werden sollte, kam man in den letzten beiden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts gleich in mehreren Ländern auf die Idee, Edelmetallbarren in Münzenform herzustellen. ( Diese saloppe Formulierung möge der Leser einem Numismatiker nachsehen ! ) Die Reinheit der Edelmetallegierung wurde immer weiter verbessert. Heute gilt eine Legierung von 999 / 000 weltweit als Standard; und das nicht nur bei Gold- sondern auch bei Silber(anlage)münzen.

Hinzu gesellten sich noch zwei eher exotische Metalle, nämlich Platin und Palladium. Der ungleich weiteren Verbreitung wegen sollen die folgenden Ausführungen auf die beiden erstgenannten Edelmetalle beschränkt werden.

In der hier gebotenen Kürze sind die bekanntesten Anlagemünzen aus Gold oder Silber sowie ihre Herkunftsländer vorzustellen.

Mit einer modernen Bezeichnung werden diese heutzutage als Bullion-Münzen bezeichnet. Bei diesem Begriff handelt es sich um die englische Bezeichnung für Edelmetalle als Handelsware; er wird jedoch auch in der Übersetzung des Wortes Barren gebraucht.

Die allererste Anlagemünze wird immer noch geprägt. Er, der Krügerrand, hat nur inzwischen – wie fast alle anderen Anlagemünzen der Erde auch – kleinere Brüder bekommen. Seit 1980 gibt es ½, ¼ und

1/10 Krügerrand, bei denen der Feingoldanteil bezogen auf eine Unze dann ebenfalls entsprechend bruchteilig ist.

Kanada hat heute sein Maple leaf ( Ahornblatt ) weltweit mit Erfolg etabliert. Die Prägungen gibt es heute in Gold, Silber und Platin. Bei den Unzen-Bruchteilen beträgt der Feingehalt durchweg 9999 / 0000.

Australien hat den silbernen Kookaburra, eine einheimische Vogelart, bei Gold besteht die Wahlmöglichkeit zwischen Kängeruh und Nugget und schließlich gibt es den beliebten Koala-Bären in Platin-Ausführung.

Beim Stichwort “Bär“ darf natürlich ein anderer Pelzträger nicht unerwähnt bleiben. Den ebenfalls in verschiedenen Edelmetallen herausgegebenen Panda-Münzen der Volksrepublik China dürfte ein großer Anteil daran zukommen, daß Anlagemünzen heute so beliebt und derartig nachgefragt sind.

Unser Nachbarland Österreich hat es sich trotz des eingangs erwähnten Vorsprunges im Bereich Goldmünzen als Anlageobjekte nicht nehmen lassen, eine eigene Anlagemünze zu kreieren und zu vermarkten. Sie wurde einer weltbekannten Institution der Alpenrepublik gewidmet : Den Wiener Philharmonikern. Nicht zuletzt deren Bekanntheitsgrad hat zu der Akzeptanz dieser Prägung auf dem Weltmarkt entscheidend beigetragen.

Die USA und der größte Silberproduzent der Erde, Mexiko, sind natürlich ebenfalls noch auf dem Markt für Anlagemünzen vertreten. Die Eagles in Gold werden – in neuer Gestaltung – immer noch geprägt und haben einen Ableger aus Silber bekommen. Mexiko hat nach wie vor seine “Libertad“, inzwischen auch in Silber, Gold und Platin. Besser bekannt ist diese Prägung jedoch unter dem Namen „ geflügelte Siegesgöttin “.

Beendet werden sollen diese Betrachtungen wieder mit einem Land, welches bereits erwähnt wurde, mit Großbritannien. Den Sovereign in Gold gibt es seit der Regierungszeit Heinrich VII., der ihn 1489 erstmals prägen ließ. Der Münztyp, wie er heute allgemein bekannt ist, existiert seit 1816.

Und trotzdem, so könnte man zumindest meinen, hat das Vereinigte Königreich diese alte Tradition verlassen und sich eine neue moderne Anlagemünze geschaffen, die “Britannia“.

Wenn man sich jedoch das neue moderne Motiv einmal näher betrachtet, so muß man unweigerlich zu dem Schluß kommen, daß hier nur alte Traditionen in modernem Design fortgesetzt werden.

Wir sehen diese Personifikation Britanniens stehend auf dem Wasser mit einem Dreizack (!) in der rechten Hand. Also wie in alten Zeiten : Britannia rules the waves !
 



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